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Kyritz-Ruppiner Heide als Internationaler Sternenpark zertifiziert

Die Kyritz-Ruppiner Heide im Landkreis Ostprignitz-Ruppin ist von der Organisation DarkSky International (DSI) offiziell als Internationaler Sternenpark zertifiziert worden. Der ehemalige Truppenübungsplatz (Bombodrom) gehört zu den dunkelsten Orten Deutschlands. Dies dauerhaft zum Schutz der Nacht zu erhalten, ist das Ziel der regionalen Akteure. Mit der Ausweisung als Sternenpark wurde ein wichtiger Schritt dafür getan. 

Ralf Reinhardt, Landrat des Landkreises Ostprignitz-Ruppin: 

„Die Anerkennung der Kyritz-Ruppiner Heide als offizieller Sternenpark durch die DSI ist ein großartiger Erfolg, zu dem ich allen, die am Zustandekommen beteiligt waren, herzlich gratulieren darf. Die Heide im Herzen unseres Landkreises ist nicht nur ein Ort mit einer einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt; der hier besonders dunkle Nachthimmel ermöglicht es darüber hinaus, die faszinierende Welt der Himmelsbeobachtung erlebbar zu machen, etwa im Rahmen von Sternenführungen. Mein besonderer Dank gilt dem Naturpark Stechlin-Ruppiner Land sowie den Mitgliedern der KAG Kyritz-Ruppiner Heide für deren engagierte und konstruktive Beteiligung beim Antragsprozess. Der künftige Sternenpark in der Kyritz-Ruppiner Heide wird ein Alleinstellungsmerkmal in unserer Heimatregion sein, welches auch neue Perspektiven im touristischen Bereich öffnet, die es in den kommenden Jahren weiter zu entwickeln gilt." 

Dr. Mario Schrumpf, Leiter des Naturparks Stechlin-Ruppiner Land: 

„Die Ausweisung der Kyritz-Ruppiner Heide als Sternenpark ist ein wichtiger Schritt zum Schutz der Nacht in unserem Naturpark. Sowohl die Menschen in der Region als auch die Tier- und Pflanzenwelt profitieren davon. Mein Dank gilt dem Landkreis Ostprignitz-Ruppin für die Initiative zur Ausweisung des Sternenparks als auch Dr. Andreas Hänel sowie unseren Kolleg:innen im Natur- und Sternenpark Westhavelland für die fachliche Unterstützung unserer Bemühungen!“ 

Jochen Paleit, Vorstandsvorsitzender der Heinz Sielmann Stiftung: 

„Der neue Sternenpark Kyritz-Ruppiner Heide zeigt beispielhaft wie konsequenter Naturschutz auch den Himmel zurückerobert. Der Wert der dunklen Nacht ohne störenden Einfluss künstlicher Lichtquellen ermöglicht den vielen seltenen Arten der Kyritz-Ruppiner Heide einen natürlichen Lebensrhythmus und begünstigt die enorme Artenvielfalt im Gebiet. Wir sind daher hocherfreut über die Ausweisung des Sternenparks und die damit verbundene Wertschätzung unserer Schutzbemühungen. Wir bedanken uns sehr bei allen Initiatoren, allen voran dem Landkreis und dem Naturpark und wünschen den Besuchern der Sielmanns Naturlandschaft Kyritz-Ruppiner Heide ein eindrückliches Erlebnis des nächtlichen Sternenhimmels in einer deutschlandweit einzigartigen Heide-landschaft.“

Das Gebiet des früheren sowjetischen Bombenabwurfplatzes steht größtenteils seit 2012 als Fauna-Flora-Habitat (FFH-Gebiet) unter europäischem Schutz innerhalb des Natura-2000-Netzwerkes. Im Jahr 2021 wurde es in den Naturpark Stechlin-Ruppiner Land eingegliedert, eine der 15 Naturlandschaften Brandenburgs. Die Kyritz-Ruppiner Heide ist die zweitgrößte, zusammenhängende Heidefläche Deutschlands. Da die Kyritz-Ruppiner Heide unbewohnt ist, gibt es in der Region kein künstliches Licht, was zu einem außergewöhnlich dunklen Himmel führt. 

Um dieses Alleinstellungsmerkmal „Einer der dunkelsten Orte Deutschlands“ zu erhalten, hat die Kommunale Arbeitsgemeinschaft Kyritz-Ruppiner Heide (KAG) schon 2022 beschlossen, einen Antrag auf Ausweisung des ca. 12.000 Hektar großen Areals als Sternenpark zu stellen. Der am 11. März 2010 gegründeten KAG gehören heute als Mitglieder der Landkreis Ostprignitz-Ruppin, die Kommunen Neuruppin, Rheinsberg, Wittstock/Dosse, das Amt Temnitz sowie die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, die Heinz Sielmann Stiftung und der Naturpark Stechlin-Ruppiner Land an. 

Im November 2023 hat sich der Landkreis Ostprignitz-Ruppin offiziell als Antragsteller für die Zulassung der Kyritz-Ruppiner Heide als Sternenpark bei DarkSky International registrieren lassen. Dem voraus ging eine Voranfrage, ob die Kyritz-Ruppiner Heide grundsätzlich für die Zertifizierung als Sternenpark geeignet ist. DarkSky International hat diese Anfrage nicht nur positiv beantwortet, sondern den Landkreis und den Naturpark ermutigt, weiterhin Pläne zu entwickeln, um Bedrohungen durch Lichtverschmutzung zu begegnen. 

Der Landkreis Ostprignitz-Ruppin hat diesbezüglich die Erarbeitung einer Beleuchtungs-Richtlinie für die randlich der Kyritz-Ruppiner Heide gelegenen Orte wie Flecken Zechlin, Zempow, Schweinrich, Gadow, Zootzen, Fretzdorf, Rossow, Rägelin, Pfalzheim, Frankendorf, Neuglienicke und Basdorf beauftragt. In diesem Zusammenhang wurden die künstlichen Leuchtquellen gutachterlich erfasst und Vorschläge zur Optimierung erarbeitet.

2024 wurden die erarbeiteten Unterlagen den beteiligten Kommunen vorgestellt. In der anschließenden Diskussion wurden alle offenen Fragen geklärt und erste Vorschläge zur Optimierung der Beleuchtung in den Randdörfern besprochen. In der Kyritz-Ruppiner Heide selbst steht nicht eine einzige Leuchte. Einigkeit besteht darüber, dass dies auch zukünftig so bleiben soll. 

Mit dem nun offiziell zertifizierten Sternenpark Kyritz-Ruppiner Heide werden zukünftig die Potenziale des Astrotourismus für die naturtouristische Entwicklung der ländlichen Region erschlossen. Der Landkreis Ostprignitz-Ruppin hat dazu eine Machbarkeitsstudie mit einer Vielzahl an Vorschlägen erarbeiten lassen. Unter Nutzung europäischer Fördermittel sollen in Zusammenarbeit mit dem bereits bestehenden Natur- und Sternenpark Westhavelland perspektivisch mehrere Beobachtungsplätze eingerichtet werden. An ausgewählten Standorten wird dafür Infrastruktur für den Astrotourismus entwickelt, wie beispielsweise Aussichtsplattformen, Beobachtungsliegen, Polarsternfinder und Informationstafeln. Es sollen regelmäßig unter anderem Sternenführungen, thematische Wanderungen und Vorträge angeboten werden. Neben der Ausbildung von Sternenführer:innen werden lokale, zertifizierte Natur- und Landschaftsführer:innen dahingehend geschult, das Thema Dunkelheit und Lichtverschmutzung in ihre Programme aufzunehmen. 

Über International Dark Sky Places

International Dark Sky Places, das 2001 eingerichtet wurde, ist ein freiwilliges, nicht-regulatorisches Programm, das Gemeinden, Parks und Schutzgebiete weltweit dazu anregt, dunkle Orte durch effektive Beleuchtungsrichtlinien, umweltverträgliche Außenbeleuchtung und Aufklärung der Öffentlichkeit zu erhalten und zu schützen. Unkontrollierter Einsatz von künstlichem Licht kann Ökosysteme stören, die menschliche Gesundheit beeinträchtigen, Geld und Energie verschwenden, zum Klimawandel beitragen und unsere Sicht auf das Universum und unsere Verbindung zu ihm beeinträchtigen. 

Die Kyritz-Ruppiner Heide gehört nun zu den über 230 Orten, die sich durch starke Unterstützung der Bevölkerung für den Schutz des Nachthimmels einsetzen und sich dafür engagieren, die Nacht vor Lichtverschmutzung zu bewahren. Erfahren Sie mehr unter https://darksky.org/what-we-do/international-dark-sky-places/.

Über DarkSky International (DSI): DarkSky International setzt sich für den Erhalt und Schutz der nächtlichen Umgebung und unseres Erbes dunkler Himmel durch umweltverträgliche Außenbeleuchtung ein. Mehr erfahren Sie unter www.darksky.org. 

Zweiteilige Aufnahme: Oben steht eine Gruppe im winterlichen Freien; in der Mitte halten sie ein großes Zertifikat oder Schild. Unten zeigt eine Luftaufnahme Menschen, die im Schnee in zwei sternförmigen Kreisen um Holzplattformen stehen.
Fotos: A. v. Uleniecki, U. Gawande/ Landkreis OPR