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Einladung zur Errichtung der Hinweistafel für Max Silberberg am 27.2.2026

In der damaligen Friedrich-Wilhelm-Straße 15 (heute Karl-Marx-Straße 15), wurde am 27. Februar 1878 Max Silberberg geboren. Er war Sohn des Schneidermeisters Isidor Silberberg und seiner Frau Natalie geb. David, die Mitglieder der hiesigen jüdischen Gemeinde waren. In Neuruppin besuchte Max das Gymnasium. 

Nach einer kaufmännischen Ausbildung und dem Militärdienst arbeitete er in der Fabrik für Metallverarbeitung M. Weissenberg in Beuthen (Oberschlesien). Bereits mit 24 Jahren war er Prokurist und zwei Jahre später (1904) Miteigentümer der Firma. 1906 heirateten Max und Johanna Weissenberg (geb. 07.03.1884) und bekamen im gleichen Jahr das einzige Kind Alfred. Eine Ausstellung Münchener Malerei regte Max Silberberg an, sich mit der Sammlung von Kunst zu beschäftigen.

Max war ein außerordentlich erfolgreicher internationaler Unternehmer, sodass er sich den Aufbau einer der bedeutendsten Kunstsammlungen leisten konnte, die er nach der Verlegung des Firmensitzes 1920 nach Breslau in seiner großzügigen Villa unterbringen konnte. Die Villa diente auch als Ort für kulturelle Veranstaltungen. Seine Kunstwerke waren international als Leihgaben in Museen und Ausstellungen gefragt. 

Die NS-Verfolgung der Juden setzte in Breslau sehr früh und krass ein. Bereits im März 1933 wurde er aus seinen öffentlichen Ämtern gedrängt. 1935 wurde seine Villa von der NSDAP beschlagnahmt. Dadurch war er gezwungen einen Großteil seiner Kunstwerke zu verkaufen. 1938 wurde die Firma „arisiert“. Die den Juden auferlegten Steuern verschlangen den Rest seines Vermögens. 1941 wurden Max und Johanna zunächst in das Sammellager Kloster Grüssau „umgesiedelt“. Sie wurden vermutlich in das KZ Theresienstadt und danach nach Auschwitz gebracht. Das Gedenkbuch von Yad Vashem gibt als Todesdatum 1943 an. Sein Sohn Alfred (*8.11.1906) und dessen Frau Gerta geb. Bartnitzki (* 23.2.1914), denen 1939 die Flucht nach England gelang, kämpften nach 1945 jahrzehntelang um rechtliche Anerkennung und finanzielle Entschädigung. 

Das Geburtshaus von Max Silberberg ist nicht erhalten. Im Jahr 1896 wurde hier das Kaufhaus Müller erbaut. In DDR-Zeiten entsteht das Kaufhaus Magnet. Nach Umbauten sticht es heute mit seinen drei Geschossen aus dem historischen Stadtbild hervor. 

Zum Geburtstag von Max Silberberg findet am 27.02.2026 um 13 Uhr die Errichtung der Hinweistafel für Max Silberberg am ehemaligen Geburtshaus (Karl-Marx-Straße 15, 16816 Neuruppin) statt. Vor dem „Magnet Kaufhaus“ wird auf Beschluss der Stadtverordneten (Dr.-Nr. 2025/26) künftig mit einer Hinweistafel an den in Neuruppin geborenen jüdischen Kaufmann und Kunstsammler Max Silberberg erinnert. Er wurde in Breslau von den Nationalsozialisten nach Theresienstadt verbracht und in Auschwitz umgebracht. An dieses Schicksal soll mit der Hinweistafel dauerhaft aufmerksam gemacht werden. 

Johannes Bunk und Prof. Dr. Günter Hommel haben sich für die Sichtbarmachung dieser beeindruckenden Biografie eingesetzt und werden zugegen sein. Bürgermeister Ruhle wird ein Grußwort sprechen.

Zum Anlass wird im Kunstraum Neuruppin die Ausstellung „Licht und Dunkel“ von Grigory Berstein: Hommage an Max Silberberg gezeigt.

Der in Köln lebende, in Moskau geborene Grigory Berstein hat sich in seiner Kunst immer wieder mit der Geschichte seiner Familie und der Shoa beschäftigt. So lag es für ihn nahe, eine künstlerische Würdigung in Form einer ganzen Ausstellung zu dem 1878 in Neuruppin geborenen Kunstsammler Max Silberberg zu schaffen.

Die Ausstellung zu Max Silberberg im Kunstraum Neuruppin wird am 27.2. und 28.2. von 15 bis 18 Uhr und am 1. März (SO) von 11 bis 13 Uhr noch einmal geöffnet.

Aktuelle Informationen finden Sie auf https://www.kunstraum-neuruppin.de/Ausstellungen.html

Schwarz-weißes Porträt: Nahaufnahme eines glatzköpfigen Mannes mit kleinem Schnurrbart. Er blickt nachdenklich zur Seite, die Wange auf die rechte Hand gestützt, am Finger ein Ring. Formelle Kleidung, neutraler Hintergrund.
© Max Silberberg, Portrait, undatiert - veröffentlicht in Die Dame Nr. 6, 1930/1931 (Fotographisches Atelier Ullstein/ullstein Bild via Getty Images)