DEIN PARK. DEINE STADT. Stadtleben zusammen gestalten
Der Braschplatz wurde mit dem temporären Beachvolleyballfeld zu einem belebten Ort, die offene Bühne auf dem Schulplatz bot Musik, Tanz und Kunst, die ehemalige Busschleife am Kirchplatz verwandelte sich mit Hochbeeten und Sitzgelegenheiten zu einem Treffpunkt zwischen See und Innenstadt. Mit dem Bundesmodellvorhaben DEIN PARK. DEINE STADT. wurde im Sommer 2025 gemeinsam mit der Stadtgesellschaft auf den Neuruppiner Plätzen Zukunft getestet.
Zum Abschluss des Vorhabens wurde nun noch einmal mit allen Beteiligten gefeiert und auf die gemeinsame Arbeit zurückgeblickt. 40 Vertreterinnen und Vertreter von Vereinen, Schulen, Verwaltung sowie engagierte Einwohnende aus dem Projektnetzwerk versammelten sich Ende November bei entspannter Atmosphäre um ein Lagerfeuer im Innenhof des Alten Gymnasiums.
„Beim Blick durch die Zukunftsfenster auf unseren Plätzen habe ich viel Überraschendes gesehen, viele gute Ideen – vor allem aber viele Menschen, die sich für ihre Stadt engagieren“, zeigte sich Bürgermeister Nico Ruhle beeindruckt und bedankte sich bei allen Engagierten für ihren Einsatz – nicht nur in den vergangenen Monaten, sondern z.T. bereits seit vielen Jahren.
Angefangen hat die Zusammenarbeit bereits vor fünf Jahren mit dem Projekt DEIN PARK – eine Idee der Evangelischen Schule (EVI) zur gemeinschaftlichen Belebung des Stadtparks in Neuruppin. Seitdem ist das Netzwerk immer weiter gewachsen und einiges passierte im zuvor viele Jahre vergessenen Gartendenkmal am See: Laufrouten wurden entwickelt, neue Möbel und Sportgeräte aufgestellt, eine Freizeitwiese geschaffen, verschiedene Kultur- und Bildungsangebote getestet.
2024 hat die Initiative DEIN PARK den Bundespreis Stadtgrün gewonnen und die Arbeit im Park mit neuem Schwung fortgesetzt: Das Parkfest hat seinen festen Platz im Veranstaltungskalender gefunden und die Pflege konnte auf viele Schultern verteilt werden: Neben dem Verschönerungsverein und der Reservistenkameradschaft sind seit drei Jahren auch regelmäßig Schulklassen gemeinsam mit Mitarbeitenden des Sachgebiets Stadtgrün im Stadtpark mit Gartengeräten im Einsatz. Die neueste Entwicklung ist die Parkschule, mit der Unterricht ins Grüne verlegt wird. „Im Park können Lerninhalte viel einfacher mit Emotionen und Handlungen verknüpft werden. Die bisherigen Erfahrungen haben gezeigt, dass es nur wenige Grenzen für den Unterricht dort gibt“, berichtete Michael Landeck, Lehrer am EVI und Initiator von DEIN PARK.
Mit dem neuen Projektbaustein DEINE STADT hat die Initiative in diesem Jahr schließlich den Weg vom Park auf die Plätze der Altstadt gefunden – eine Idee der Jugendkunstschule, die bereits in der ersten Projektphase entstanden ist. Das Ziel: Gemeinsam mit den Menschen eine Idee für die Weiterentwicklung des Öffentlichen Raums entwickeln und diese vor Ort testen. „Stadt ist Gemeinschaft. Darüber müssen wir zusammen nachdenken.“, erklärte Kevin Pawelczyk vom Amt für Stadtentwicklung und Umwelt das Vorgehen.
Bereits in der dunklen Jahreszeit wurde nicht zuletzt mit den roten Laternen und den pink illuminierten Bäumen Aufmerksamkeit für die Potenziale und Probleme der Plätze erzeugt. Mit den Zukunftsfenstern – große Holzwände mit Fensteröffnungen – wurde der Blick im nächsten Schritt noch gezielter auf die Plätze gerichtet und zum Dialog eingeladen. Über verschiedene Beteiligungsformate wurden Ideen entwickelt und anschließend gemeinsam vor Ort umgesetzt. „Das war vor allem für die jüngere Generation toll. Sie haben die Idee zu einem Beachvolleyballfeld aufgeschrieben – und einige Wochen später ist es da.“, freute sich Florentine Falkenberg an dem Abend im Alten Gymnasium rückblickend über die Belebung des Braschplatzes. Sie hat das Projekt als Praktikantin im Amt für Stadtentwicklung und Umwelt begleitet und studiert nun Urbanistik. Auf dem Schulplatz stand das Mitmachen und Erleben im Fokus: Mit der offenen Bühne gab es Raum für kreative Mitmachangebote, Tanzabende, Proben und Konzerte wie die BigBandNight. Und auf der ehemaligen Buswendeschleife am Kirchplatz wurde die Verwandlung von Grau zu Grün geprobt. Durch die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer wurden hier Hochbeete aufgebaut, bepflanzt und über das gesamte Jahr bewässert sowie gepflegt.
Sämtliche Projektaktivitäten wurden zum Ende des Vorhabens in einer bildreichen Projektdokumentation zusammengestellt. Matthias Engel, Amtsleiter für Stadtentwicklung und Umwelt, der den Abend moderierte, freute sich, den Beteiligten sowie den weiteren Interessierten Gästen die druckfrische Broschüre zu präsentieren. Hier kommen – genauso wie beim gemeinsamen Projektabschluss – insbesondere die verschiedenen Projektpartnerinnen und -partner zu Wort und teilen ihre Erfahrungen und Erkenntnisse aus der gemeinsamen Arbeit.
Und wie geht es nun weiter? Einen Ausblick darauf gab Baudezernent Jan Juraschek noch am gleichen Abend: „Wir freuen uns über das große Engagement aus der Stadtgesellschaft und wollen den eingeschlagenen Weg der gemeinschaftlichen Stadtentwicklung konsequent fortsetzen – im Park und in der Stadt.“ Wie das konkret aussieht, erklärt Juraschek bezüglich des Kirchplatzes: „Vorbereitend zur zukünftigen Weiterentwicklung des Freiraums wird noch in diesem Jahr eine Teilfläche entsiegelt. Mit dem Abtragen des Asphaltes und dem Aufbringen von Oberboden erfolgt ein erster wichtiger Schritt für die Begrünung der Fläche im kommenden Frühjahr und eine zielführende, gemeinsam getragene Zwischennutzung.“
Das Projekt DEIN PARK. DEINE STADT. wurde im Rahmen der „Nationalen Stadtentwicklungspolitik“ vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) sowie von der Falk-Stiftung für Gesundheit und Bildung gefördert.
Weitere Informationen unter: http://stadtentwicklung.neuruppin.de.
