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31.05.2021 - Vier Autor*innen im Finale um den Fontane-Literaturpreis 2021


Die Werke der vier Autor*innen im Finale

Die Werke der vier Autor*innen im Finale

Kulturministerin Schüle und Bürgermeister Ruhle veröffentlichen Shortlist für Literaturpreis des Landes Brandenburg und der Fontanestadt Neuruppin / Mit 40.000 Euro dotierte Auszeichnung wird am 20. August verliehen

Die unabhängige Jury für den Fontane-Literaturpreisdes Landes Brandenburg und der Fontanestadt Neuruppinhat eine Shortlist für den diesjährigen Preis beschlossen. Ausgewählt wurden folgende Autor*innen mit ihren Werken:

- Olivia Wenzel (‘1000 Serpentinen Angst‘, S. Fischer Verlage, 2020)

- Björn Stephan (‘Nur vom Weltraum aus ist die Erde blau‘, Verlag Galiani Berlin, 2021)

- Judith Zander (‘Johnny Ohneland‘, dtv Literatur, 2020)

- Anna Prizkau (‘Fast ein neues Leben‘, Friedenauer Presse, 2020)

Die feierliche Preisverleihung an eine/n der vier Autor*innen ist für den 20. August 2021 in der Kulturkirche Neuruppin geplant. Der mit 40.000 Euro dotierte Fontane-Literaturpreis wird in Würdigung Theodor Fontanes als 24-monatiges Stipendium an Autor*innen verliehen, die mit einem Werk erstmalig herausragendes öffentliches Interesse gefunden haben. Der Preis soll sie dabei unterstützen, diesen Weg erfolgreich fortzusetzen.

Brandenburgs Kulturministerin Dr. Manja Schüle: „Vier starke Autorinnen und Autoren auf der Shortlist des diesjährigen Fontane-Literaturpreises: Sie schreiben in ihren Büchern über Herkunft und Verlust, über ihre Verortung im Leben, in Deutschland, in unserer Gesellschaft, über Gefühle, Räume der Transformation und Selbstvergewisserung. Egal wer am Ende den Fontane-Literaturpreis 2021 bekommt: Verdient haben ihn alle. Und bis es soweit ist, heißt es: Vier großartige Bücher lesen“, so Ministerin Schüle. „Natürlich kommt einer der höchsten dotierten Literaturpreise Deutschlands von hier: Brandenburg ist Literaturland. Der Fontane-Literaturpreis trägt nicht nur den Namen eines Autors, der mit der Mark und den Märkern eng verbunden war – sondern dessen größter Wunsch es war, vom Schreiben leben zu können. Und der wusste, wie schwer das manchmal ist. Mit dem Preis möchten wir begabten zeitgenössischen Autor*innen mit ersten erfolgreichen Veröffentlichungen ermöglichen, sich zwei Jahre lang nur dem Schreiben zu widmen und die Literatur zu ihrem Lebensmittelpunkt zu machen. Die damit verknüpfte Lesereise als Teil des Stipendiums erinnert an Fontanes Reisen – und bietet vielleicht Inspiration für neue Werke. Der Preis steht für Kreativität, ‘Made in Brandenburg‘.“

Nico Ruhle, Bürgermeister der Fontanestadt Neuruppin: „Die Vorauswahl durch die Jury macht es äußerst spannend, wer in diesem Jahr das Rennen um den mit 40.000 Euro dotierten Fontane-Literaturpreis macht. Umso mehr freue ich mich auf die Preisverleihung am 20. August 2021 in der Kulturkirche Neuruppin! Die Themen der vier Autoren und Autorinnen: Zugehörigkeit, persönliche Verortung und Heimat sind allgegenwärtig und vielfach gerade in aktuellen Diskursen präsent. Daher empfehle ich jedes der Werke, gerade auch, weil unterschiedliche Sicht- und Erzählweisen andere Perspektiven eröffnen. Mit dem Fontane-Literaturpreis wird aber auch eine weitere Dimension der gegenwärtigen Diskussion für den Preisträger oder die Preisträgerin eröffnet: Für den oder die Finalist*in wird mit dem 24-monatigen Stipendium finanzieller Freiraum möglich, der vielleicht für eine weitere erfolgreiche Publikation genutzt wird. Das wäre ganz im Sinne Fontanes, der das Schreiben anderen Berufen vorzog.“

Jurymitglied Carmen Winter: „Wir haben uns für vier ganz unterschiedliche Bücher entschieden: Drei Romane und ein Band mit Erzählungen, drei Autorinnen und ein Autor, klassische und experimentelle Erzählformen. In den Geschichten, die auf so unterschiedliche Art erzählt werden, geht es darum, seinen Platz im Leben zu finden, ums Erwachsenwerden in Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche und um die Selbstbehauptung, anders sein zu dürfen. Um Themen also, die uns gerade jetzt bewegen. Wir sind gern den Ideen, Gedanken und Lebensentwürfen der Protagonisten und Protagonistinnen gefolgt. Alle vier Bücher eint auch, dass ihre Autorinnen und der Autor am Beginn einer vielversprechenden und weitreichenden künstlerischen Laufbahn stehen, es ist der erste oder zweite Roman bzw. Erzählungsband, der hier vorliegt. Wir wünschten, alle vier könnten mit einem so großzügigen Stipendium ihre Arbeit für zwei Jahre ohne existentielle Sorgen fortsetzen, denn wir sind neugierig auf das, was Anna Prizkau, Björn Stephan, Olivia Wenzel und Judith Zander in Zukunft schreiben und veröffentlichen werden.“

Zur Jury des Fontane-Literaturpreises gehören:

- Nadine Kreuzahler (Juryvorsitzende, freie Autorin, Reporterin, Redakteurin des rbb-Inforadio-Formats ‘Quergelesen‘)

- Prof. Dr. Roland Berbig (Vorsitzender der Theodor Fontane Gesellschaft e.V.)

- Carmen Winter (Vorsitzende des Verbandes deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller in der ver.di)

- Dr. Peggy Mädler (Dramaturgin, Regisseurin und Schriftstellerin, Preisträgerin des Fontane-Literaturpreises 2019)

- Johanna Hahn (Geschäftsführerin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels Berlin-Brandenburg e.V.)

Der Fontane-Literaturpreis des Landes Brandenburg und der Fontanestadt Neuruppin hat mehrere Vorgänger. Er wurde erstmals von 1913 bis 1922 vergeben, unter anderen an Annette Kolb, Leonhard Frank, Carl Sternheim und Alfred Döblin. Nach 1949 gab es zwei Fontane-Preise: Den Westberliner Preis erhielten unter anderen Hermann Kasack, Peter Huchel, Uwe Johnson, Arno Schmidt, Günter Grass, Wolf Biermann und Wolfgang Hilbig. Den Preis des DDR-Bezirks Potsdam erhielten beispielsweise Walter Kaufmann, Christa Wolf und Helga Schütz. Im Jahr 1994 wurde der Fontane-Literaturpreis von Theodor Fontanes Geburtsstadt Neuruppin neu gestiftet, seit 2010 wurde er im Zwei-Jahres-Rhythmus mit Unterstützung des Mäzens Dr. Hans E. Weber vergeben. Zu den Preisträger*innen gehörten etwa Lutz Seiler, Moritz von Uslar, Christoph Ransmayr und Josef Bierbichler. Im Jahr 2019 wurde der Fontane-Literaturpreis erstmalig gemeinsam durch die Fontanestadt Neuruppin und das Land Brandenburg an die Autorin Dr. Peggy Mädler verliehen. Der Preis wird alle zwei Jahre ausgeschrieben.

Die gemeinsame Pressemitteilung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur und der Fontanestadt Neuruppin können Sie HIER herunterladen.

Weitere Informationen zu den ausgewählten Autor*innen der Shortlist finden sich HIER sowie unter www.fontanepreis.de.